Alles was ein Fanzine braucht – Buch (Review)

(Von Kalle Stille)

Stück für Stück verabschiedete sich das gute alte Fanzine aus meinem täglich Alltag. Alte Hefte wurden eingestellt und neue kamen in meinem kleinen Kosmos irgendwie nicht hinzu. Das SocialMedia Network ersetzte ganz langsam und heimlich diese Lücke, die in meinem Leben auftrat. Aber irgendwie füllte sie die Lücke nie wirklich aus und es blieb immer ein verdrängstes Gefühle der völligen Leere im Unterbewusstsein. Dieses Gefühl trieb mich immer wieder voran, dass Lockenkopf-Fanzine nicht einzustellen und machte mir an manch dunklen Tagen ganz doll Bewusst, dass diese Szene nicht wirklich eine richtige Szene oder Subkultur ist, ohne ihr eigenes Sprachrohr. Bei allem was Sie hervorbringt, ist es lediglich der leichte Konsum, ob im SocialMedia Network oder bei den Konzerten. Es fehlt dabei an allen Ecken der Tiefgang und der nötige, kritische Blick hinter den Kulissen aus der Perspektive eines Fan, sowie auch Musikliebhaber und Kenner. Die eigenen Hände dabei in gekonnter “Do-iT-Yourself-Manier  tränken und was aus eigener Schaffenskraft entfalten zu lassen und dabei weit über den Tellerrand zuschauen und sich objektiv wie sowohl auch kritisch mit den Dingen auseinander zu setzen, die man mag oder eher in seinem eigenen Weltbild ablehnt. All das was ich hier gerade sage und fühle, gab mir dieses eine Buch zurück, als ich es mir zu Gemüte führte und Stück für Stück in eine Welt wieder eintauche, fern ab von Massenhypes und glattgebügeltem Einheitsbrei, der lediglich ein reiner Spiegel dieser kranken Gesellschaft ist. Kalle Stille bringt in sein gut 500 Seiten ein Schatz wieder ans Tageslicht, der gehütet und weitergeben werden sollte, wie einst alle großen Werke die in den dunklen Zeiten den Leuten den Mut und den Glauben zurück gaben, an die Eine gute Sache: “Fanzines? Stimmt da war doch mal was, in einer Zeit als Informationen keine Frage digitaler Verfügbarkeit waren und die kleinen, zumeist schlecht kopierten Hefte die einzige Informationsquelle für eine hungrige Punk- Rock- und Hardcore-Szene waren. Dass Fanzines dabei nicht immer nur aus Bandinterviews, Saufstories, Konzertberichten, reproduzierten Zeitungsartikeln und Plattenbesprechungen bestanden, wird gerne vergessen, ist aber Tatsache. Neben der Musik waren Fanzines eine Form der Gegenkultur, die sich weit über den musikalischen Horizont hinausbewegten und vieles von dem vorweg nahmen, das heute immer noch nicht selbstverständlich ist. Dieses Buch versammelt 27 Jahre der wesentlichen Fanzinearbeiten von Kalle Stille aus Think?!?, Zap, Plot, Ox und anderen Heften, die aneinandergelegt nicht nur ein dickes Buch, sondern auch ziemlich lustige Geräusche und wochenlange Unterhaltung ergeben.” (Th.x Lockenkopf-Fanzine)

Erhältlich bei uns im Shop: http://shop.steeltownrecords.de

Wahre Liebe rostet nicht!

Retteten wir dich nach deinem ersten Leben als Baufahrzeug von einem Malerbetrieb, vor der Verschrottung auf dem Schrottplatz und hauchten dir ein neues Leben inklusive Volllackierung ein. Danach hatten wir 10 wunderschöne Jahre gemeinsam und machten mit so mancher Band das Land unsicher. Trieben wir uns zusammen in Österreich, Tschechien, der Schweiz, Polen, Slowakei, England Niederlande, Belgien, Frankreich, Dänemark und Schweden rum und machten so manche Nacht zum Tag. Nicht selten wurden dabei die Tassen hochgehalten und so manch edler Tropfen vergossen. Laute Musik gehört und Lauthals mitgegrölt. So wurde gar der Song „Meine Linie“ nur für dich geschrieben, indem du sogar einen Gastgesang hattest. Ab und an kam dann doch manchmal die Ernüchterung, wenn dir die kleinen Wehwehchen in deinem hohen Alter wieder zusetzten. So schlepptest du so manchen süßen Wohnwagen oder Hänger ab und warst nie wirklich Müde geworden. Dabei brachtest du uns so manch schnieken Beutezug nach Hause und ließest das Steeltown Records Headquarter durch so manch neue Maschine weiterwachsen und gedeihen. Doch leider mussten nun nach Ende deines zweiten Lebens sich doch unsere Wege trennen und wir wünschen dir von ganzen Herzen in deinem dritten und hoffentlich nicht letzten Leben als Forstfahrzeug in Polen alles Gute, du unseren immer in Erinnerung bleibender 1.Steelliner :-)

Steelliner

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Der gute alte Flyer

Der gute alte Flyer zählt heute leider nur noch als Ramschprodukt und Beiwerk. Vielleicht, weil er in seiner wahren Aufgabe als Informationsträger …